Ab der Phase 3 des Erwachens bist du nicht mehr zuständig für dein Fortkommen. Das heißt genauer, der Mensch, der du auch bist, dein menschliches Selbst, ist nicht mehr zuständig. Statt dem menschlichen Selbst ist ab nun die Seele zuständig, dein göttliches Selbst.
Was genau meine ich mit deinem Fortkommen? Zunächst natürlich dein spirituelles Fortkommen, deinen Erwachensprozess, der ab Phase 3 nicht mehr in der Hand des Menschen liegt, sondern in der Hand der Seele. Ab da soll der Mensch keine Übungen mehr machen und keine Anstrengungen unternehmen, um sich weiterzuentwickeln und letztlich zur Erleuchtung zu kommen. Denn er ist nicht mehr zuständig dafür, die Seele ist es. Alles, was der Mensch tut, macht die ganze Sache nur langwieriger und mühsamer.
Ebenso gehen die alltäglichen, menschlichen Dinge in die Hand der Seele über. Dass du genug gute Nahrung und Kleidung und einen schönen Platz zum Wohnen hast. Das alles ist ab Phase 3 nicht mehr die Aufgabe des menschlichen Selbsts, sondern die Aufgabe der Seele. Die kann das auch viel besser, viel, viel besser. Die Seele kennt Wege und Möglichkeiten, die sich der Mensch nicht einmal erträumen kann.
Was für die Phase 3 gilt, gilt erst recht für die Phasen 4 und 5. und noch viel stärker für die (hoffentlich lange) Zeit nach dem Erwachen. Du als Mensch, dein menschliches Selbst, bist/ist nicht mehr zuständig für das Fortkommen des Menschen. Sonst wäre ja alles umsonst gewesen!
Wenn du das weißt, dir dessen wirklich bewusst bist, sind alle Sorgen, Erwartungen und Hoffnungen umsonst, völlig überflüssig. Es ist nicht deine Aufgabe, irgendetwas hinzukriegen oder zu schaffen, es ist die Aufgabe der Seele. Und sie arrangiert alles so, dass es für den Menschen angemessen ist, dass er nie überfordert wird.
Die Phase 3 ist die Phase der Transformation, in der das menschliche Selbst, wie du es kanntest, letztlich stirbt und das göttliche Selbst erwacht und die Führung des Menschen übernimmt. Das ist für den Menschen herausfordernd genug, da soll er sich nicht noch um das Erwachen und die alltäglichen Dinge kümmern.
In der Phase 2 war für den Menschen noch alles aufregend, neu und positiv besetzt. Er hat vielleicht Ausbildungen gemacht und ist Reiki-Meister o. ä. geworden. Das war aber noch nicht das wirkliche Erwachen. In der Phase 3 ist es schwierig und ungemütlich geworden. Nicht nur natürlich, aber zu einem großen Teil. Der Totalumbau des Menschen hat begonnen, seine mühsam aufgebaute und aufrechterhaltene Identität bekam/bekommt immer größere Risse, bis sie schließlich zerbröselt. Das wäre zumindest der natürliche Verlauf der Dinge. Höchstwahrscheinlich aber leistet(e) das menschliche Selbst maximalen Widerstand.
Und genau wegen diesem Widerstand ist alles so schwierig und wird immer schwieriger. Nur deshalb, weil der Mensch nicht über die Zuständigkeiten weiß und er sich dem natürlichen Verlauf des Erwachens widersetzt, ist alles so schwierig und irgendwann schmerzvoll. Der Mensch will einfach um keinen Preis die Steuerung und somit die Zuständigkeit an die Seele übergeben, auch wenn er dadurch alles viel, viel schwieriger macht als notwendig. Er will das Gefühl haben, dass er selbst alles bewerkstelligt und lenkt.
Nun, in der Phase 3 muss ich dem Menschen zugute halten, dass er seine Seele noch nicht kennt, denn das ist ja das Wesen der Erleuchtung, die mit Phase 4 gleichzusetzen ist. Da ist viel mehr Angst als Vertrauen. Da ist es natürlich sehr schwer – aber nicht unmöglich – seiner Seele zu vertrauen. Und er ist in der Phase 3 noch stark durch Gedanken und Erinnerungen mit der Phase 2 verbunden, mit dem guten, alten Menschen. Doch spätestens nach der Phase 4 sollte der Mensch sein Verhalten grundlegend ändern.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Wofür ist denn der Mensch zuständig? Was ist denn seine Aufgabe?
Da gibt es einmal den Klein- und Detailkram. Jeder Mensch trifft täglich unzählige Entscheidungen, beginnend mit der Frage, was er frühstücken und heute anziehen will bis zur Frage, wann er schlafen gehen will. Diese Entscheidungen soll er halt so bewusst wie möglich treffen.
Weiters hat jeder Mensch einen Geschmack und Vorlieben und Abneigungen. Gemäß derer soll er halt bewusst entscheiden.
Abgesehen von diesem Kleinkram hat der Mensch zwei wirklich große Aufgaben, die auch wirklich herausfordernd sind: diese sind Loslassen und Vertrauen. Die menschliche Existenz ist überfrachtet mit altem Zeug, Dinge, Beziehungen, Verhaltensweisen und vor allem Glaubenssysteme. Das alles loszulassen fordert allein schon jeden Menschen maximal, denn er lässt damit seine Identität, sein altes menschliches Selbst los – und stirbt somit.
Vertrauen ist ebenfalls tonnenweise nötig. Jeder Mensch hat sich Ewigkeiten auf sein menschliches Selbst verlassen. das er nun loslassen muss. Und jetzt soll er sich auf seine Göttlichkeit verlassen? Und zwar in allen Belangen und ausschließlich? Wenn das nicht herausfordernd ist!
Du siehst also, es ist eigentlich unmöglich, dich außer um diese zwei Dinge auch um etwas anderes zu kümmern. Zum Glück musst du das nicht.
Und jetzt gibt es auch noch einen Stolperstein, über den alle Menschen stolpern, die ich kenne. (Vorsicht, das sind viele!) Wenn die Seele bemerkt, dass du als Mensch dich lieber um dein Fortkommen kümmern willst, tritt sie zurück und lässt dich machen. Und dann kommt es zu diesen unzähligen Situationen, in denen ein Mensch sich unablässig selbst um alles kümmert (teilweise sogar unbewusst), und sich dann bei der Seele darüber beschwert, dass sie ihm nicht hilft und er alles selbst machen muss. Tja, was soll ich dazu sagen?
Mir fällt gerade eine Klientin ein, die über 40 Jahre an ihrem Erwachen herumgedoktert hat, bis sie am Ende geschlaucht und ratlos bei mir gelandet ist. Sie hatte natürlich viele Erkenntnisse gehabt, aber erwacht war sie nicht. Als sie mich fragte, was sie jetzt tun sollte, war meine Antwort: „Genieße das Leben!“ Ich war überrascht, dass sie von der Einfachheit meiner Antwort überrascht war. Doch sie hatte schon vor unserem Gespräch diese Richtung eingeschlagen, wie sie mir erzählte. Sie hatte Aktivitäten in der Natur und mit ihren Enkeln neu für sich entdeckt, ich brauchte sie nur noch darin bestätigen.
So lange Zeiträume sind keine Einzelfälle, ich erlebe sie öfter. So lang und mühsam kann Erwachen sein, wenn man nicht rechtzeitig die Zuständigen erkennt und wechselt. Daher sage ich am Schluss noch einmal: Du bist nicht mehr zuständig für dein Fortkommen, die Seele ist jetzt zuständig. Lass los und erlaube ihr dadurch, dein Menschenleben von ihr arrangieren zu lassen.