Immer mehr Leute machen immer mehr Lärm. Junge mehr als ältere, aber auch ältere Menschen sind nicht frei davon, viel und lauten Lärm zu machen. Männer mehr als Frauen, viel mehr. Mir begegnen zwar auch Frauen, die laut sind, aber grundsätzlich ist Lärm eher eine typisch männliche Sache. Vielleicht ist dir das auch schon aufgefallen. Wenn du in einer größeren Stadt lebst, ist es dir sicher schon aufgefallen.
Insgesamt werden Menschen immer lauter. Im Handy-Zeitalter wird das immer ärger, weil Handys stark dazu benutzt werden, Lärm zu machen. Telefoniert wird häufig nicht am Ohr, sondern frei, sodass andere nicht nur den Telefonierer hören, sondern auch den, mit dem der Telefonierer spricht. Die Privatsphäre wird auf Null reduziert, freiwillig, von den Leuten selbst. Die ganze Welt soll hören, welchen Unsinn die Leute vor sich her plappern. Auf der anderen Seite beschweren sie sich darüber, dass die Regierung die Privatsphäre immer mehr reduziert. Dabei tun sie es selbst, die Regierung folgt nur dem Bewusstsein der Masse.
Handys werden auch dazu benutzt, laute oder sehr laute Musik zu spielen, sofern man Einiges davon überhaupt Musik nennen kann, es ist doch in vielen Fällen einfach nur Lärm. Die Wiener Linien (das sind die Verkehrsbetriebe) haben in den letzten Wochen begonnen, darauf zu antworten. Sie haben eine Kampagne gestartet, die mit Lautsprecherdurchsagen (schon wieder Lärm) darauf hinweist, dass der Handylärm sehr störend für andere ist. Das ist der freundliche Beginn der Kampagne. Im September soll ein Verbot kommen.
Die Handys, die mittlerweile schon sehr laut sein können, werden häufig ergänzt mit Zusatzausrüstungen. Es gibt Boxen, die so klein sind, dass man sie locker überallhin mitnehmen kann. Sie sind kaum größer als zwei Päckchen Zigaretten und leicht. Sie haben eine erstaunlich gute Tonqualität und eine noch erstaunlichere Lautstärke. Und manchmal sehe ich Leute, die größere Boxen mit sich her führen, mit denen man große Hallen beschallen kann.
Ich spreche heute nicht von dem Lärm, der sonst gemacht wird von Baustellen, immer mehr Einsatzfahrzeugen, rückwärts fahrenden LKW usw. In bleibe nur bei den Handys, die sind schlimm genug. Ich stelle fest, dass heute unendlich viel mehr Lärm herrscht als in meiner Jugend. Heute habe ich wieder so einen lärmenden Mann erlebt, und es ist eine ganze Lawine in mir abgelaufen von dem, was da alles vor sich geht und was diesen Leuten nicht ansatzweise bewusst war.
Die Menschen dröhnen sich mit Lärm zu, um die inneren Stimmen zu übertönen, die sich immer mehr in den Vordergrund drängen und die sie partout nicht hören wollen. Denn was diese Stimmen sagen, ist das Gegenteil von dem, was diese Menschen glauben.
Andere Menschen machen nicht Lärm in dem Sinn, wie ich ihn beschrieben habe, sondern quatschen fast ununterbrochen. Sie können nicht für sich sein, sie brauchen immer wen zum Quatschen. Das Ergebnis ist dasselbe, die inneren Stimmen sollen gefälligst still sein. Besonders witzig finde ich, dass die Quatschmäuler sehr gerne mit mir reden. Mit einem, der ihnen dasselbe sagt wie ihre inneren Stimmen. Aber das lassen sie so gut wie möglich nicht zu, sie quatschen mich zu. Denn ich bin ja ein guter Zuhörer, das gefallt ihnen. Nach einer gewissen Zeit habe ich genug davon, mich zuquatschen zu lassen und rede nicht mehr mit diesen Menschen.
Und dann ist da der Lärm, den man nach außen nicht hört, nämlich der Lärm der Gedanken. Die sind mitunter höllisch laut und enden bekanntlich nie. Und sie führen zu nichts. Und dann reagieren viele Leute mit äußerem Lärm, womit ich wieder bei Handy & Co gelandet bin. Ein Teufelskreis des Lärms. Und dieser Lärm wird immer lauter.
In diesem Teufelskreis des Lärms von außen und innen hilft nur eines: Atmen! Wenn diese Menschen, die alle vor den inneren Stimmen davonlaufen oder sie übertönen wollen, atmen würden, wäre es augenblicklich viel ruhiger in der Welt. Denn beim Atmen passiert ja was, die Menschen wachen auf. Buchstäblich. Das ist kein heiterer oder sinnloser Schmäh von mir, das ist wirklich so.
Ich erinnere mich gerade daran, als ich zum Atmen begonnen habe. Das war noch eine geraume Zeit vor meinem bewussten Erwachen, das im September 2006 begonnen hat. Nicht ganz zwei Jahre davor schenkte mir eine Arbeitskollegin, mit der ich mich gut verstand, ein Buch von Erich Fromm, das ich noch nicht kannte. „Authentisch leben“, ich verschlang es förmlich. So ganz nebenbei schlug Fromm in diesem Buch Atemübungen vor, denn die waren ja nicht Hauptthema des Buches. Das griff ich auf und begann später, bewusst zu atmen. Nach ziemlich kurzer Zeit begann besagtes Aufwachen. Ich schlief wochenlang nicht mehr. Erstaunlicher Weise schien das meinem Körper nicht viel auszumachen, ich war genauso fit wie vorher. Irgendwie habe ich nicht aufgehört mit dem bewussten Atmen, und so habe ich mich Jahre später nur gewundert, als ich mitbekommen habe, dass Shaumbra aus dem Atmen eine Wissenschaft gemacht haben und Zertifikate dafür vergaben. Und so gibt es viele zertifizierte Neue Atemlehrer. Menschen sind wirklich grenzenlos verrückt. 😗
Ich habe damals nicht gewusst, wie mir geschieht, ich habe halt weiter gelebt, ohne allzu viel darüber nachzudenken. Die Lärmenden wissen auch nicht, wie ihnen geschieht mit ihren inneren Stimmen, und, was noch schlimmer ist, sie wissen nicht, was sie tun, nicht im Geringsten.
Auf das Aufwachen folgt fast unweigerlich das Erwachen.
Wenn all die Lärmenden atmen würden, würden sie alle ziemlich bald erwachen. Ich denke gerade an Politiker, die allesamt unendlich viel hanebüchenen Blödsinn reden, den eh niemand glaubt, und noch viel mehr Blödsinn tun – zum Nachteil der Bevölkerung. Man sollte ihnen allen bewusstes Atmen verordnen. Binnen kürzester Zeit wäre Schluss mit Blödsinn reden und tun. Und binnen kurzer Zeit würden sie alle beginnen zu erwachen. Das wäre die kürzeste und leiseste Revolution der Geschichte.
Und wie einfach das alles wäre! Nur atmen, sonst nichts. Einfacher geht’s wirklich nicht. Und wie ich es auch drehe und wende, die Zeichen deuten in diese Richtung, auf der ganzen Welt. Der Irrsinn auf der Welt hat schwindelerregende Höhen erreicht. Es mag noch ein paar wenige Jahre so weitergehen und noch irrsinniger werden. Aber dann führt am Erwachen kein Weg mehr vorbei. Das Bewusstsein der Bewussten hat in den letzten paar Jahrzehnten viele Wege beschritten. Finanzcrashs, Staatspleiten, Corona, riesige Skandale ohne Ende (siehe Epstein), für alle sichtbare Korruption ohne Ende … Der seidene Faden, an dem die Welt schon lange hängt, muss bald reißen. Obwohl Menschen Meister im Hängen an seidenen Fäden sind.
Nachtrag zu meinem Aufwachen 2004/05. Zum Jahreswechsel 2004/05 habe ich mir einen Vorsatz genommen. Das ist sicher nicht öfter als zweimal in meinem Leben vorgekommen. Wenn überhaupt, denn ich erinnere mich gerade nicht an das zweite Mal. Mein Vorsatz lautete: „Zu Silvester 2005 bin ich deutlich bewusster als heute. (Silvester 2004)“
2006 habe ich mit Feng Shui begonnen, was wirklich nichts mit meinem Job als Projektleiter zu tun hatte. Der Irrsinn eines Vorstandsmitglieds in der Firma hat sich zugespitzt, ich habe im Mai 2006 gekündigt, ohne Perspektive für meine Zukunft, und am Ende der Kündigungsfrist Ende August 2006 hat mein bewusstes Erwachen begonnen. Wenn das keine Revolution war! 🙏
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