Mehr als über alles andere ist der Mensch über sein Denken mit sich selbst identifiziert. Er denkt, er sei der und der, geboren dann und dann, habe dieses und jenes Geschlecht, sei arm dran oder gut dran. Das sind alles Gedanken, bloß Gedanken und hat mit der Wirklichkeit so gut wie nichts nichts zu tun.
Durch das Denken entstehen Wünsche. Wünsche sind nicht authentisch, sie sind eher Träume im Verstand. Durch das Denken entsteht Streben. Streben nach etwas, was nicht ist. Somit entsteht durch Denken Unzufriedenheit. Das Denken hält ab da den Menschen am Laufen. Zu allem Überfluss glaubt (= denkt) der Mensch, er könne das erreichen, dem er hinterher läuft. Nachdem der Mensch das glaubt, hat er nun ein Problem. Er kann nicht erreichen, was er denkt, erreichen zu wollen. Er hat natürlich kein wirkliches Problem, wie zB eine zerrissene Milz (hatte ich selbst einmal), er denkt nur, dass er eines hätte, weil der denkt, etwas erreichen zu wollen.
Das beschriebe Denken schließt erwachende Menschen mit ein.
Weil ich gerade dabei bin, das körperliche Problem heilt von selbst, der Körper macht das. Wenn der Mensch nicht mit seinem Denken eingreift. Gut, in meinem Beispiel mit der Milz musste erst ein Chirurg die kaputte Milz herausschneiden, ehe der Körper mit der Heilung beginnen konnte. Und nach zwei Wochen war alles erledigt, mein Körper war fertig mit der Heilung. Weder der Chirurg noch ich haben etwas weiteres gemacht, wir wollten den Körper nicht beim Heilen stören.
Auf die Spitze getrieben hat es der französische Philosoph Descartes mit seiner Aussage: „Cogito ergo sum“, auf Deutsch „Ich denke, also bin ich.“. Er hat tatsächlich behauptet und geglaubt, seine Existenz entstünde nur kraft der Tatsache, dass er denkt. Nun, die paar Zeilen, die ich hier über das Denken schreibe, sind gar nicht so wesentlich anders. Interessant ist nur, dass Descartes auch Naturwissenschaftler war, das hätte ihn etwas anderes lehren können. Aber gut, Philosophen glauben ja, dass sie das Leben mit Denken erkunden können. Welch fabelhafter Unsinn!
Ich könnte eine neue Anleitung zum Unglücklichsein schreiben. In der Tat ist die Essenz des gleichnamigen Buches von Paul Watzlawick einfach nur verqueres Denken. Er hat dieses Denken aufs Korn genommen und ein sehr humoristisches Buch geschrieben. Ich kann es wärmstens empfehlen. Meine Anleitung wäre sehr kurz und würde nur einen Satz beinhalten: „Denke viel weniger!“ In Anlehnung an Descartes könnte ich sagen: „Cogito ergo miser sum“, „Ich denke, also bin ich unglücklich.“
Gestern habe ich einen Dialog beendet. (Zu Ende gebracht, nicht abgebrochen.) Der betreffende Klient hat mir vorzüglich demonstriert, wie sich ein Mensch durch Denken total fertig machen kann. In der zweiten Hälfte des Dialogs habe ich das Atmen ins Spiel gebracht. Der Klient hat das gleich aufgegriffen und das Atmen für sich entdeckt. Ha! Das ist etwas ganz anderes! Durch das Atmen kommt unweigerlich die Seele ins Spiel, und das Denken hat Pause. Ich wurde Zeuge, wie dieser Klient von Tag zu Tag immer mehr aufblühte, weil sein Denken, das ihm große Schwierigkeiten machte, in den Hintergrund trat uns die Seele immer mehr in den Vordergrund. Er hat also begonnen, sich nicht mehr über sein Denken mit sich zu identifizieren, sondern mehr über seinen Atem, was gleichbedeutend mit der Seele ist.
An einem Tag des Dialogs habe ich ihm ausführlich nur über meine Erfahrungen mit dem Atmen geschrieben. Ich habe schon vor dem Beginn meines Erwachens begonnen, bewusst zu Atmen. Darunter auch diese Sätze:
Selbstverständlich erlaubte ich mir auch alle Gedanken. Aber ich ließ nicht zu, dass ich mich in Gedanken verlor. Sobald ich merkte, dass ich den Gedanken nachhing, habe ich meine Aufmerksamkeit gleich wieder auf meinen Atem gelenkt. Einatmen, ausatmen. Und habe den Atem verfolgt, wie er hinunter in meinen Bauch ging und wieder hinauf. Das war eine gute Erfahrung für mich, weil ich bemerkte, dass ich den blöden Gedanken nicht ausgeliefert war.
Ich erlaubte mir also zwar alle Gedanken, stieg aber nicht auf sie ein und lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf meinen Atem. Damit demonstrierte ich mir auch gleich meine Macht. Ich zeigte mir, dass ich von nichts abhängig war und mich nirgends hinein ziehen lassen muss. Gerade der Verstand versucht ja ständig, den Menschen überall hinein zu ziehen. Durch das Atmen kann ich das stoppen.
Und dann, wenn ich durchs Atmen meinen Verstand wieder zu dem mache, was er ursprünglich sein sollte, beginnt ein neues Leben. Dann ist der Verstand wieder ein nützliches Werkzeug, das bei Bedarf verwendet und gebraucht wird, und nicht länger langer der absolute Herrscher, der meine gesamte Energie verschlingt und mich an den Rand des Ruins treibt. Ich glaube ihm nicht mehr, schon lange nicht mehr.
Jetzt kannst du vielleicht nachvollziehen, dass das Denken dem Menschen eine andere Identität gibt als das Atmen. Erstere ist flach und voll von Problemen, zweitere ist tief und voll von Freude. Und da fällt mir ein, dass ich schon in meinem ersten Buch 2009 in diese Richtung gezeigt habe. Vom Überleben zum Leben – In eine neue Identität.
Ich kann es mir nicht verkneifen, an dieser Stelle auf Dinge in der Gesellschaft hinzuweisen. Einflussreiche Menschen missbrauchen einfach alles. Durch grenzenlose Manipulation verstümmeln sie unser Denken, unser Denkvermögen. Dann gehen sie weiter und verhindern das Atmen, indem sie uns zwingen, Masken zu tragen, die das Atmen maximal behindern. Dann gehen sie weiter und manipulieren unsere Biologie durch mRNA „Impfungen“, die die Zellkerne verändern. Alles für ein bisschen Macht ein paar Jahre lang. Wie krank kann man sein? Offensichtlich sehr krank. Und die Masse der Menschen stellt sich immer noch blind und taub.
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